Die Deutsche Rentenversicherung stimmt ihre Versicherten jetzt auch schriftlich darauf ein, dass deren Renten niedriger liegen werden als bislang vorgerechnet. Wie die Behörde am Donnerstag in Berlin mitteilte, bekommen die Versicherten von Ende Mai an neue Renteninformationen, in denen die Hochrechnungen moderater ausfallen. Gab es bisher Varianten mit jährlichen Rentensteigerungen von 1,5 und 2,5 Prozent, werden die Schreiben nunmehr neben der Nullvariante nur noch Prognosen für jährliche Rentenanhebungen von einem und zwei Prozent ausweisen. Die bisherige Praxis war in der Vergangenheit auf deutliche Kritik gestoßen. Die Prognosen würden den Versicherten mit zu optimistischen Prognosen unrealistische Erwartungen vorgaukeln, hieß es.
Mit den angepassten Hochrechnungen folge die Rentenversicherung den Annahmen der Regierung, die ihre Prognose für die langfristige Lohnentwicklung nach unten angepasst habe, begründete die Versicherung die angepassten Renteninformationen. Die Rentensteigerungen orientieren sich an der Entwicklung der Löhne und Gehälter der aktiven Bevölkerung. Dennoch handle es sich bei den künftigen Renteninformationen keineswegs um eine "Vorhersage, dass die Renten jetzt um ein oder zwei Prozent steigen", stellte Herbert Rische, Präsident der Deutschen Rentenversicherung, klar. So wird auch in den aktualisierten Renteninformationen beispielsweise nicht der so genannte Nachholfaktor berücksichtigt, mit dem in der Vergangenheit ausgebliebene Rentenkürzungen aufgeholt werden. Auch die vom Bundeskabinett beschlossene Rente mit 67 wurde nicht einkalkuliert. Allerdings soll auf beide Umstände ausdrücklich hingewiesen werden.
Enttäuschung für die Jüngeren
Dennoch sehen die aktuellen Hochrechnungen - gerade für die jüngere Generation - auch so schon deutlich niedrigere Rentenerwartungen vor. Für einen heute 30-Jährigen bringt die neue Prognose beispielsweise ein Minus von monatlich 375 Euro oder monatlich knapp 16 Prozent: Durfte er nach alter Prognose auf eine Rente von 2375 Euro hoffen, sind es nunmehr nur noch 2000 Euro. Für heute 60-Jährige sieht die aktualisierte Renteninformation gar keine Dynamisierung mehr vor, weil für die kommenden Jahre ohnehin Nullrunden wahrscheinlich seien, hieß es. Bei den Jahrgängen 1947 bis 1951 wird den Angaben zufolge neben der Nullvariante lediglich eine Prognose von durchschnittlichen jährlichen Rentensteigerungen von einem Prozent angegeben.
Um Altersarmut zu vermeiden, müsse die betriebliche und private Altersvorsorge gestärkt werden, empfahl Rische. Die drei Säulen aus betrieblicher, gesetzlicher und privater Altersvorsorge müssten sich ergänzen. Zudem kritisierte der Versicherungschef, dass die abgabenfreie so genannte Entgeltumwandlung den Rentenkassen Mittel entziehe. Die Bundesregierung erwägt aber ohnehin die Entgeltumwandlung 2008 zu beenden. Bei der steuerlich begünstigten Entgeltumwandlung werden Teile des Bruttoeinkommens in der Sozialversicherung beitragsfrei gestellt, um das Geld für die private Vorsorge zu verwenden. Der Arbeitnehmer verzichtet damit zugunsten der Vorsorge auf einen Teil seines Nettoeinkommens und finanziert damit die Betriebsrente mit seinem eigenem Einkommen mit.
(N24.de, Netzeitung)
Angebote anfordern zur privaten / staatlich geförderten Altersvorsorge : HIER
Angebote zur betrieblichen Altersvorsorge : HIER
|